Montagabend ließ Andrea Juen, wie sie sagt “eine Bombe” platzen. Der aus Strengen stammenden 3-fachen Mutter war brisantes Material über den einstigen Rechtsvertreter Ihres Ex-Mann Peter B. zugespielt worden. Seit eineinhalb Jahren nutzt Juen das soziale Netzwerk Facebook und kann auf profunde Unterstützung verweisen. Mit dem pfundigen Tiroler Uhrgestein des investigativen Journalismus, Stephan Pfeifhofer, erreichte der Justizfall Andrea Juen eine bis dato ungeahnte breite Öffentlichkeit.

“Es kann nur noch brechen” meint Andrea Juen, die heute stolz auf ihr Durchhaltevermögen und den großen Zuspruch aus der Bevölkerung blickt. Dem Schicksal vorausgegangen war die mit Martyrien geprägte Ehe. In ihrem Buch “Die Hölle hat viele Namen” ließ die 3-fache Mutter aufhorchen und zum Thema “Gewalt in der Familie” sensibilisieren. Eine Bühne aber wollte Peter B. nie haben, geschweige denn eine Öffentlichkeit, die in sein abgrundtiefes Ich blicken könnte. Klagen um Klagen weiter war schließlich nicht nur das Buch verboten, und Andrea Juen plötzlich völlig mittellos. Ihr Ex-Mann klassifizierte vor Gericht jene Heimstätte, die der Mutter und ihren Kindern nach einer Hölle auf Erden blieb, und zu Lebzeiten von Juens Schwiegervater an sie selbst als Schenkung notariell manifestiert wurde, zu seinem persönlichen Geschenk. Das müsse die Ex-Frau nun zurückgeben, denn er sei mit dem Buch unberechtigterweise beflegelt worden.

Den juristischen Trick von “Groben Undank” war vom Frust besessenen Ex-Man gekonnt ins Treffen gespielt. Das Landesgericht Innsbruck entschied unter Richter Michael Schallhart für den Kläger. Die unzähligen beglaubigten Dokumente vom Notar honorierte man nicht. Viel schlimmer, an keinem Prozesstag war es Andrea Juen möglich am Verfahren persönlich teilnehmen zu können, denn sie bekam schlicht und ergreifend keine Ladung vom Gericht, und war ihr auch eine anwaltliche Vertretung, trotz Anwaltszwang, verwehrt. Von ihrer Zwangsenteignung erfuhr die Hauseigentümerin – nach Prozessabschluss – erst durch die Grundverkehrsbehörde.

Am Ende blieb nicht nur ein finanzieller Scherbenhaufen und die Fülle an Verfahren, deren man unterlegen war. Jahre später sollte das Haus in Arzl im Pitztal tatsächlich auch geräumt werden. Mehrere Dutzend Sympathisanten verfolgten schließlich das Schauspiel im März 2016 Vor-Ort und fertigen auch Videos an. Ein weiteres Verhängnis für Andrea Juen, denn am Tag darauf waren die staatlichen Protagonisten prominent in YouTube vertreten.

Die Staatsanwaltschaft Graz stellte auftrags eines Gerichtsvorstehers und zweier Bediensteter Strafantrag, vergaß aber auf die zwingend erforderliche Ermächtigung zur Strafverfolgung, da Üble Nachrede ein Privatanklagedelikt ist. Völlig verfehlt musste das Landesgericht Innsbruck unter Vorsitz von Richterin Martina Kahn die Justizgeschädigte Andrea Juen freisprechen. Seitens der Staatsanwaltschaft bedurfte es wieder eines weiteren juristischen Tricks. Noch im laufenden Beweisaufnahmeverfahren dehnte der öffentliche Ankläger auf einen gesonderten Urteilsspruch aus. Demnach habe Andrea Juen trotz Freispruch ein Räumungsvideo aus dem Internet zu löschen.

Am Ende folgte das Oberlandesgericht Innsbruck dieser Auffassung im Berufungsverfahren nicht, und erlöste die heute unerschrockene Hausfrau auch von diesem Übel. Jetzt will Andrea Juen nicht nur den nicht enden wollenden Zustrom aus der Bevölkerung feiern, sondern demnächst auch eine überarbeitete Fassung der Videodokumentation zu ihrer Zwangsräumung veröffentlichen. Es sei sogar eine 2. Auflage ihres Buches in Arbeit.

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